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Historie





















Aus fast fünf Jahrhunderten weisen Urkunden den Namen Ruckgaber in Rottenburg nach. Johann Ruckgaber gründete am 25. Oktober 1825 in Rottenburg das "Geschäft des Rotgerberhandwerks" im heute noch sehr gut erhaltenen, denkmalgeschützten Rotgerberhaus bei der Rottenburger Zehntscheuer. Durch die Regulierung des Neckars und die dadurch bedingte Verlegung des alten Wehrs im Jahre 1834 wurde dem Rottenburger Rotgerber im wahrsten Sinne des Wortes, das für die Gerbung notwendige Wasser abgegraben.

Das Handwerk des Rotgerbers konnte durch den Wegfall der so genannten Rotgerbergraben unter nur sehr schweren Bedingungen weiter ausgeführt werden. Johann Ruckgaber beschloss mit sehr viel Mut und dem notwendigen Weitblick für die Zukunft den Weg der industriellen Verarbeitung des Leders zu gehen und gilt somit als der eigentliche Gründer der Firma Ruckgaber, der damaligen Schäftefabrikation. Der Sohn des Johann Ruckgaber, August Ruckgaber, betrieb im elterlichen Haus das Rotgerberhandwerk weiter. Im Jahr 1883 kamen dann die ersten chemischen Gerbprozesse auf und die Rotgerberzunft erlitt einen neuen schweren Schlag.

Trotz dem nahenden Ende dieses Handwerks entschloss sich der Sohn von August Ruckgaber, Anton Ruckgaber, das Handwerk des Rotgerbers nach altem, zünftigem Brauch zu erlernen. Mit 19 Jahren machte er sich dann im elterlichen Haus selbstständig und produzierte die ersten Schäfte. 1902 erwarb er das Fabrikanwesen in der Rottenburger Güterbahnhofstrasse, welches dort heute noch steht. Im Jahre 1902 gründete Anton Ruckgaber eine gut gehende Niederlassung in Strassburg, welche aber nach dem ersten Weltkrieg wieder verloren ging. 1910 wurde eine Zweigstelle in Baden in der Schweiz eröffnet, welche Anton Ruckgaber dann im Jahr 1929 seinem Sohn August übergab. Im Jahr 1933 übernahmen Julius Ruckgaber und sein Bruder Alfons Ruckgaber das elterliche Geschäft. Julius Ruckgaber war für die kaufmännische Leitung des Betriebes verantwortlich und Alfons Ruckgaber für den Außendienst und die technische Leitung der Schäftefabrik. Mit Walter Koch trat 1950 ein junger Mann in die Firma ein, welcher die Entwicklung im Haus Ruckgaber entscheidend geprägt hat. 1963 verstarb Julius Ruckgaber und Alfons Ruckgaber war alleine für das Unternehmen verantwortlich. 1968 war für die Firma Ruckgaber ein sehr ereignisreiches Jahr.

In diesem Jahr wurde die damalige Ruckgaber oHG in das Einzelunternehmen des Herrn Alfons Ruckgaber umgewandelt, Walter Koch erhielt Prokura und man entschied sich in den Großhandel mit orthopädischen Artikeln in die damals noch sehr junge Orthopädie-Schuhtechnik einzusteigen.

Mit dieser richtungweisenden Entscheidung wurde Ruckgaber zum ersten und einzigen Komplettanbieter in der Branche und konnte diesen Status bis in das Jahr 2000 halten. Im Jahr 1973 erhielt die Firma Ruckgaber die alleinige Vertretung des Hauses Schein Orthopädie Service KG für den süddeutschen Raum. Die Firma Schein war bereits in diesen Jahren einer der größten und wichtigsten Einlagenproduzenten in Deutschland. Hiermit wurde ein weiterer, wichtiger Schritt in der Orthopädie-Schuhtechnik getätigt. Als im Jahr 1978 Alfons Ruckgaber verstarb, übernahm seine Frau Frieda Ruckgaber die Firma und Walter Koch leitete als Prokurist die Geschäfte weiter. 1982 trat der heutige Geschäftsführer, Reiner Kaupp, als Auszubildender in das Unternehmen ein. Das Unternehmen wuchs in dieser Zeit stetig und der Orthopädie-Großhandel nahm einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Mit der Einführung der Eigenmarke "ARU" in vielen Bereichen des Sortiments wurde auch hier eine für das Unternehmen sehr bedeutende Entscheidung getroffen. Als Frau Frieda Ruckgaber Mitte der neunziger Jahre schwer erkrankte, traf sie gemeinsam mit Walter Koch die Entscheidung, das Unternehmen in eine GmbH umzuwandeln. Walter Koch wurde 1997 geschäftsführender Gesellschafter und die Firma Schein Orthopädie Service KG stieg nach fast 25-jähriger Zusammenarbeit als Hauptgesellschafter in die Firma Ruckgaber GmbH ein.

Klaus Peter Schein wurde 1998 Geschäftsführer der Ruckgaber GmbH. Der Einstieg der Firma Schein Orthopädie Service KG war für die Firma Ruckgaber der Startschuss in eine neue Zeit. Durch viele kaufmännische und strategisch wichtige Entscheidungen und Veränderungen wurde die Firma Ruckgaber auf Expansionskurs gebracht. Zur Unterstützung von Walter Koch wurde 1999 Reiner Kaupp zum Prokuristen ernannt. In diesem Jahr verstarb Frau Frieda Ruckgaber nach schwerer Krankheit. Im Jahr 2000 feierte die Firma Ruckgaber ihr 175-jähriges Betriebsjubiläum und gleichzeitig wurde mit der Auslagerung der Schäfteproduktion zu der Schwesterfirma ATeC in Erfurt, einem der modernsten Schäfteproduzenten in Deutschland, eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen für den Fortbestand des Hauses Ruckgaber getroffen. Nun konnte sich die Firma auf den in den letzten Jahren stetig wachsenden Orthopädie-Großhandel konzentrieren, was sie dann auch mit Nachdruck tat. Bereits 2001 wurde es dann in den alten Räumen zu eng und die Geschäftsleitung beschloss daher einen Neubau auf der "grünen Wiese". Mit direkter Autobahnanbindung wurde im Rottenburger Ortsteil Seebronn der ideale Bauplatz gefunden. Im September 2001 begannen die Bauarbeiten. Walter Koch stieg 2001 aus der Geschäftsleitung aus. Nach nur knapp 8-monatiger Bauzeit bezog die Firma Ruckgaber GmbH am Januar 2002 das neue Gebäude mit einer Lagerfläche von 1.654 qm und ca. 390 qm Bürofläche. Im gleichen Jahr wurde Reiner Kaupp zum Geschäftsführer ernannt. Klaus Peter Schein verstarb im Jahr 2004 nach schwerer Krankheit und sein Sohn Arnd Schein übernahm im gleichen Jahr die Position seines Vaters.

Zu diesem Zeitpunkt begannen einige Handwerker, Fräseinlagen selber herzustellen. Jedoch war die Auswahl an geeignetem Fräsmaterial sehr begrenzt. Im Jahr 2005 traf deshalb Reiner Kaupp eine wichtige Entscheidung, in dem er für alle gängigen Fräsmaschinen ein großes, vielfältiges Sortiment an Fräsmaterialien anbot. Dass diese Entscheidung richtig war zeigt sich darin, dass inzwischen dieses Warensegment fast ein Drittel der gesamten Lagerfläche bei Ruckgaber beansprucht und damit Europas größtes Fräsmateriallager darstellt.

Im Jahr 2006 führte die Firma Ruckgaber als eines der ersten Unternehmen seiner Branche ein Qualitätsmanagement-System ein und wurde nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Innovation, Service und Logistik im Fokus

Eine umfangreiche Lagerhaltung, ein effizient organisierter Wareneingang, eine zuverlässige Warenkommissionierung und die schnelle Lieferbereitschaft stellen hohe Anforderungen an eine moderne Logistik. Mit der Einführung einer leistungsfähigen EDV im Jahr 2009 schuf Ruckgaber die Grundlage für eine noch effizientere Auftragsabwicklung und konnte seinen Kunden einen zuverlässigen Just-in-Time-Lieferservice innerhalb von 24 bis 48 Stunden anbieten.
Ebenfalls 2009 wurde eine moderne Packstraße installiert und ein Scannersystem eingeführt. Damit konnten Wareneingang, Warenkontrolle, Kommissionierung und Auftragsverfolgung deutlich optimiert werden – für mehr Transparenz, Schnelligkeit und Sicherheit entlang der gesamten logistischen Prozesskette.

2011 folgte der nächste Schritt in Richtung Digitalisierung: Mit dem Fräsmaterial-Konfigurator konnten Kunden Materialkombinationen, Farben, Stärken, Shore-Härten und die Form des Rohlings individuell online zusammenstellen. Mit dieser Lösung setzte Ruckgaber neue Maßstäbe und schuf ein besonderes digitales Serviceangebot.

Seit 2012 bietet Ruckgaber mit einem modernen Webshop eine noch einfachere und schnellere Möglichkeit zur Auftragsabwicklung. Kunden können ihre Bestellungen bequem und unabhängig von Zeit und Ort online aufgeben. Vom Auftragseingang bis zum Warenausgang läuft der gesamte Prozess digital. Damit wurde ein weiterer konsequenter Schritt hin zu effizienten, transparenten und kundenorientierten Prozessen gemacht.
Ebenfalls 2012 wurde eine moderne Spaltmaschine angeschafft, mit der Materialien präzise und effizient auf die gewünschten Stärken gespalten werden können.

Wachstum und neue Perspektiven

Anfang 2013 übernahm die Ruckgaber GmbH die August Brüggemann GmbH aus Bottrop. Mit der Zusammenführung beider Unternehmen wurde die Position als zuverlässiger Zulieferer für die Orthopädietechnik und Orthopädieschuhtechnik weiter ausgebaut. Rottenburg sollte dabei zum zentralen Unternehmensstandort werden, während Bottrop als Niederlassung Nord vorgesehen war. Die Geschäftsführung übernahmen Arnd Schein und Reiner Kaupp.

Im selben Jahr wurden die Eigenmarken ARUcut DuoDirect®, ARUcut TricoDirect®, ARUcombi DuoDirect® und ARUcombi TricoDirect® als eingetragene Marken der Firma Ruckgaber etabliert.

Ende 2013 erweiterte Ruckgaber sein digitales Angebot um einen Bezugsstoff-Konfigurator. Damit konnten Orthopädietechniker erstmals individuelle Bezugsstoffe nach eigenen Vorstellungen gestalten – beispielsweise mit Bildmotiven, Logos im Streudruck oder individuellen Grafiken. So entstanden unverwechselbare Designs, die exklusiv für den jeweiligen Kunden produziert wurden.

Gemeinsam weiter

Seit 2015 treten wir unter dem Namen RuckgaberBrüggemann Orthopädie Service GmbH auf. Mit dem neuen Firmennamen und Firmenlogo wurde die Verbindung der beiden Unternehmen auch nach außen sichtbar.

Im Jahr 2016 wurden die Büro- und Lagerkapazitäten erfolgreich erweitert. Dadurch konnten die Warenbestände von Brüggemann vollständig in das bestehende Lagersystem in Rottenburg integriert werden. Seitdem erfolgt die Belieferung unserer Kunden zentral von unserem Firmensitz in Rottenburg.

2016 und 2023 investierten wir jeweils in eine moderne Rollenschneidemaschine. Damit können wir Bezugs- und Futterstoffe sowie verschiedenste Polstermaterialien kundenindividuell in kleinen, handlichen Mini-Rollen schneiden.
2022 und 2024 investierten wir in zwei moderne, digital gesteuerte Schneidetischsysteme mit CAD-Anbindung. Damit können wir eine große Vielfalt an Materialien präzise und individuell nach den Vorgaben unserer Kunden zuschneiden. Von der digitalen Konstruktion über die CAD-Daten bis zum automatisierten Zuschnitt ermöglicht die Technologie einen durchgängigen, effizienten und präzisen Prozess. So können auch individuelle Formen und Lösungen schnell und passgenau umgesetzt werden.
2024 wurde zusätzlich in eine weitere, hochmoderne Spaltmaschine investiert. Zusammen mit der bereits 2012 angeschafften Anlage stehen damit zwei leistungsfähige Spaltmaschinen zur Verfügung. Dadurch können wir Materialien noch effizienter, schneller und mit höchster Präzision auf die gewünschten Stärken spalten.
Mit dem kontinuierlichen Wachstum wurde auch die Lagerkapazität weiter ausgebaut. 2023 und 2025 erfolgten weitere Hallenerweiterungen durch den Einbau einer zusätzlichen zweiten Ebene. Dadurch konnte die vorhandene Fläche optimal genutzt und zusätzlicher Raum für Lagerung und Logistik geschaffen werden.
Heute verbinden wir langjährige Erfahrung mit modernen Prozessen, digitalen Lösungen, innovativer Schneidtechnik und einer leistungsfähigen Logistik – mit dem klaren Ziel, unseren Kunden einen schnellen, zuverlässigen und zukunftsorientierten Service zu bieten.